AS-Path Prepending beeinflusst die Auswahl des eingehenden Pfads nicht zuverlässig, da Upstream-Provider häufig ihre interne BGP-Local-Preference höher gewichten als die AS-Pfad-Länge. Um eingehenden Datenverkehr bevorzugt über die primäre WAN-Verbindung zu leiten, müssen Sie bei beiden ISPs die unterstützten BGP-Communities für Inbound-Traffic-Engineering erfragen. Einige Provider bieten Communities an, mit denen sie die Local Preference für Ihre angekündigten Präfixe senken oder bestimmte Peering- und Transitpfade beeinflussen können. Die konkreten Community-Werte sind providerabhängig; es gibt keinen universellen Wert, der überall funktioniert.
Lassen Sie sich von den ISPs die dokumentierten Communities für die gewünschte Präferenz geben und kündigen Sie dieselben öffentlichen Präfixe über beide Verbindungen an. Wenden Sie die passende Community auf die Route über die sekundäre Leitung an, damit der Provider diese Route entsprechend weniger bevorzugt. Prüfen Sie anschließend mit show bgp ipv4 unicast <prefix> beziehungsweise dem entsprechenden BGP-Befehl Ihres Routers die angekündigten Communities und vergleichen Sie die von externen Looking Glasses sichtbaren AS-Pfade. Beachten Sie, dass Sie die Local Preference im Netzwerk des Providers nicht selbst setzen können; der Provider muss die Community unterstützen und umsetzen.
Wenn der Provider keine geeigneten Communities anbietet, können Sie AS-Path Prepending weiterhin verwenden oder mit dem Provider eine alternative Traffic-Engineering-Lösung vereinbaren. Auch dann hängt das Ergebnis von den Routingrichtlinien anderer autonomer Systeme ab, sodass sich ein bestimmter eingehender Pfad nicht vollständig garantieren lässt.
Domic Vo.