Hallo Bruno,
wenn die ISTG-Berechnung aufgrund von Erschöpfung fehlschlägt und gleichzeitig große RPC-Warteschlangen bei repadmin /queue angezeigt werden, deutet dies in der Regel darauf hin, dass der KCC keine funktionsfähigen standortübergreifenden Verbindungsobjekte mehr erstellen kann. Am effizientesten lässt sich das analysieren, indem Sie zunächst repadmin /showrepl * /csv und repadmin /showconn * ausführen. So erhalten Sie einen klaren Überblick darüber, welche Verbindungen festhängen und ob die Replikationstopologie überlastet ist. Anhand dieser Ausgaben können Sie die betroffenen Domänencontroller mit Engpässen identifizieren.
Um die Warteschlangen zu bereinigen, können Sie die automatische Topologiegenerierung für den betroffenen Standort vorübergehend deaktivieren und die Verbindungsobjekte zu fehlerfreien Replikationspartnern manuell erstellen. Dadurch wird der Kreislauf unterbrochen und die Replikation kann wieder aufgenommen werden. Zusätzlich empfiehlt es sich, repadmin /removelingeringobjects auszuführen und auf verwaiste (lingering) Objekte zu prüfen, da diese den Replikationsfortschritt blockieren können. Auch die Ereignisanzeige unter Verzeichnisdienste (Directory Services) protokolliert ISTG-Berechnungsfehler und kann Hinweise darauf geben, welche Domänencontroller die Erschöpfung verursachen.
Ist der Rückstau besonders groß, kann nach dem Bereinigen der Verbindungen ein erzwungener Replikationslauf mit repadmin /syncall /AeD helfen, die Warteschlangen schneller abzuarbeiten. In manchen Fällen kann es außerdem sinnvoll sein, den KCC auf dem betroffenen Domänencontroller mit repadmin /kcc neu anzustoßen, damit nach der Stabilisierung der Topologie eine neue Berechnung durchgeführt wird.
Viele Grüße
Jason.